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Vor dem Finale
Vor dem letzten Finale in der Geschichte des UEFA-Pokals, der in der kommenden Saison durch die Europa League abgelöst wird, erinnert die Tageszeitung Kommersant an den Weg von Werder Bremen und Schachtjor Donezk ins Finale. Beide Mannschaften haben, so die Zeitung, die Chance, mit einem Sieg im Endspiel eine schlecht begonnene Saison zu retten. Die Chancen für die Teams sieht der Kommersant dabei als in etwa gleichwertig an:
„So muß Schachtjor, im Gegensatz zu Werder, vor dem Finale weniger wesentliche Ausfälle im Kader hinnehmen. Bei den Donezkern fehlt heute nur eine gesperrte Stütze, der Halbverteidiger Tomáš Hübschman. Spieler, die ihn ersetzen können, gibt es bei den “Bergleuten” genug – Igor Duljaj, Mariusz Lewandowski, Alexej Gaj. Die Bremer haben Fußballer verloren, für die es problematisch wird, einen gleichwertigen Ersatz zu finden. Dies betrifft vor allem den gesperrten Anführer von Werder, den Spielmacher Diego, der eine hervorragende Saison absolvierte und nach deren Ende den Bremer Klub verläßt - der Brasilianer hat bereits einen Vertrag mit dem italienischen Juventus unterschrieben. Verletzungsbedingt spiet gegen Schachtjor auch nicht der zentrale Stammverteidiger der deutschen Mannschaft Per Mertesacker. Wie auch Diego muss Stürmer Hugo Almeida seine Gelbsperre absitzen.
Der Vorteil von Werder im Finale wird die große Erfahrung erfolgreicher Auftritte in europäischen Wettbewerben sein. Der Bremer Verein, der regelmäßig in der Champions League spielt, kam im Gegensatz zu Schachtjor mehrmals über die Gruppenphase hinaus. Zu den Erfolgen von Werder gehört auch ein Sieg auf der europäischen Bühne – in der Saison 1991/1992 gewann die Bremer Mannschaft, für die damals der jetztige Trainer Thomas Schaaf spielte, den Europapokal der Pokalsieger durch einen 2:0 – Finalsieg gegen das französische Monaco. Nebenbei bemerkt verlief die Saison für Werder in der deutschen Meisterschaft mit einem zehnten Platz auch nicht gerade erfolgreich. Und auch Spiele, in denen von der ersten bis zur letzten Minute Konzentration gefordert ist, absolvieren die Bremer in der deutschen Liga weit häufiger, als die Donezker in der ukrainischen Meisterschaft.“
Wird Polen 2012 Europameister oder doch die Ukraine?
(cs) 2012 wird die Fußballeuropameisterschaft wie schon in den Jahren 2000 (Holland und Belgien) und 2008 (Schweiz und Österreich) in zwei Ländern ausgetragen. Polen und Ukraine sind namentlich die Gastgeber. Da beide Mannschaften zunächst ihre Spiele jeweils vor heimischem Publikum austragen, werden auch diesmal die Gastgeber versuchen ihren Heimvorteil zu nutzen. Durch die Titelgewinne von Dänemark 1992 und Griechenland 2004 scheint die Europameisterschaft ein Turnier zu sein, das ab und zu auch von einem so genannten „Underdog“ gewonnen werden kann.
Aber ist das 2012 wirklich möglich? Wie realistisch sind zum jetzigen Zeitpunkt die Aussichten eines der beiden Gastgeberländer den Titel zu holen?
Um diese Frage beantworten zu können, sollte man einen Blick auf das Abschneiden Polens und der Ukraine bei den letzten zwei Turnieren, also der Weltmeisterschaft 2006 und der Europameisterschaft 2008, werfen:
WM 2006
Zunächst einmal galt es für beide Mannschaften sich für die Weltmeisterschaft in Deutschland zu qualifizieren. Polen erwischte eine sehr leichte Gruppe. Zwar traf man auf England, die restlichen Gruppengegner lauteten dagegen Wales, Nordirland, Österreich und Aserbaidschan. Polen verlor beide Spiele gegen England mit 1:2 und gewann seine übrigen acht Spiele und qualifizierte sich als Gruppenzweiter mit nur einem Punkt Rückstand auf die Engländer für die WM. Das erzielte Torverhältnis betrug 27:9 Tore. Als einer der besten Gruppenzweiten umging man so die unangenehme Relegation.
Die Ukraine wurde in eine etwas schwerere Gruppe gelost und musste sich gegen die Türkei, Europameister Griechenland, Dänemark, Albanien, Georgien und Kasachstan behaupten. Dies gelang auch, denn man qualifizierte sich direkt als Gruppenerster für die WM. Die Ukraine verlor dabei nur gegen Ende der Qualifikation ihr Heimspiel gegen die Türkei mit 0:1 und gab bei vier Unentschieden noch Punkte ab. Letztlich qualifizierten sich beide Teams also relativ souverän für die WM 2006 in Deutschland, wobei allein schon die Qualifikation für beide Länder als großer Erfolg zu werten war.
Bei der WM 2006 zeigten beide Mannschaften höchst unterschiedliche Leistungen.
Polen verlor zum Auftakt überraschend gegen Ecuador mit 0:2 und anschließend denkbar knapp mit 0:1 gegen Gastgeber Deutschland durch ein legendäres Tor von Oliver Neuville in der Nachspielzeit. Selbst ein 2:1-Sieg über Costa Rica konnte das Ausscheiden nicht verhindern. Die Stimmung bei den Polen war schon im Vorfeld der WM recht angespannt, da eine Diskussion um die Besetzung der Torwartposition einsetzte, die auch Trainer Pawel Janas schlecht aussehen ließ.
Die Ukraine hingegen konnte den größten Erfolg in ihrer noch jungen Geschichte feiern. Die Mannschaft überstand nicht nur die zugegebenermaßen leichte Vorrundengruppe, in der man gegen Spanien zum Auftakt mit 0:4 verlor, dann aber gegen Saudi-Arabien und Tunesien gewann. Im Achtelfinale konnte man sich Elfmeterschießen gegen die Schweiz durchsetzen. Kurios erscheint die Tatsache, dass es den Schweizern nicht gelang auch nur einen einzigen Elfmeter zu verwandeln. Im folgenden Viertelfinale ließ der spätere Weltmeister Italien der Ukraine keine Chance und besiegte sie mit 3:0. Das Erreichen des Viertelfinals, womit die Ukraine zu den besten acht Mannschaften des Turniers gezählt werden kann, stellt den größten Erfolg in der noch jungen Fußballhistorie des Landes dar.
EM 2008
Die Qualifikation für die EM 2008 in der Schweiz und Österreich wurde für die Spieler Polens zu einem Triumph. Polen gewann seine Qualifikationsgruppe und setzte sich dabei unter anderem gegen Portugal, Belgien und Serbien durch. Höhepunkt war der 2:1-Heimsieg gegen Portugal, bei dem „Ebi“ Smolarek beide Tore für Polen erzielte.
Die Ukraine hingegen scheiterte in der Qualifikation. Frankreich und Italien erwiesen sich als zu schwere Gegner und auch Schottland konnte sich noch vor der Ukraine platzieren. Somit nahm von den künftigen EM-Gastgebern nur Polen an der EM 2008 in der Schweiz und Österreich teil. Dort sollte es gleich im ersten Gruppenspiel zu einem Wiedersehen mit der deutschen Mannschaft kommen. Nachdem im Vorfeld polnische Funktionäre die Tatsache beklagten, dass der Sturm der deutschen Mannschaft aus zwei Polen bestehe, sorgte Lukas Podolski mit einem Doppelpack, aber ohne Jubel, für einen Auftaktsieg. Die schlechte Form der polnischen Mannschaft trat dann aber beim enttäuschenden 1:1 gegen Gastgeber Österreich zu tage. Nach einer abschließenden Niederlage gegen Kroatien sprachen einige Medien bezüglich des polnischen Teams von der schlechtesten Mannschaft des Turniers. Die Geschehnisse des Jahres 2008 bedeuteten somit einen Rückschlag für die Teams aus der Ukraine und Polen.
WM 2010
In der aktuellen WM-Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika liegt die polnische Mannschaft in ihrer Qualifikationsgruppe hinter der Slowakei und Tschechien nur auf Rang drei. Einem wichtigen Sieg über Tschechien steht ein Unentschieden gegen Slowenien sowie eine Niederlage gegen die Slowakei gegenüber.
Die Ukraine dagegen hat in England und Kroatien seine stärksten Konkurrenten. Den Auftaktsiegen über Weißrussland und Kasachstan folgte ein 0:0 gegen Kroatien, so dass man Platz drei in der Tabelle belegt.
Fazit
Da bei einer Europameisterschaft das Teilnehmerfeld qualitativ hochwertiger besetzt ist als bei einer Weltmeisterschaft, sollte man bei der Beurteilung der Aussichten der beiden Gastgeberteams vor allem die Duelle gegen andere Spitzenteams beachten.
Die Ukraine absolvierte in den letzten vier Jahren 14 Spiele gegen international starke Teams. Berücksichtigt wurden nur Pflichtspiele! Die Gegner lauteten Griechenland, Türkei, Spanien, Italien, Schweiz, Frankreich, Schottland und Kroatien. Von diesen 14 Spielen konnten nur vier gewonnen werden. Hinzukamen drei Unentschieden und sieben Pflichtspielniederlagen. Insbesondere konnte des Öfteren der Heimvorteil nicht genutzt werden, denn man verlor z.B. gegen Griechenland und die Türkei jeweils daheim. Um bei einer Europameisterschaft bestehen zu können, muss jedoch gegen oben genannte Teams deutlich stärker gepunktet werden. Man bedenke nur, dass bei der letzten Europameisterschaft Italien und Frankreich in eine Gruppe gelost wurden. Ganz abgesehen davon, dass auch noch die Niederlande und Rumänien diese Konstellation zu einer „Todesgruppe“ erweiterten, hätte die Ukraine bei einer solchen Gruppenkonstellation keine Aussichten auf das Erreichen des Viertelfinals.
Die polnische Mannschaft erspielte sich gegen Topteams ein deutlich besseres Ergebnis. Gegen England, Serbien, Portugal, Belgien, Tschechien, Deutschland und Kroatien konnte man vier Siege, drei Unentschieden und fünf Niederlagen erreichen. Die Erwartungshaltung im Vorfeld der letzten beiden großen Turniere war jeweils hoch und insofern muss das Abschneiden bei der WM und EM als enttäuschend bezeichnet werden. Allerdings scheint Polen eher in der Lage zu sein gegen starke Mannschaften zumindest in Heimspielen zu bestehen. Gegen absolute Topteams wie Deutschland oder England scheinen sie jedoch chancenlos zu sein.
Zusammenfassend muss man klar erkennen, dass das Überstehen der Gruppenphase bei der EM 2012 für beide Teams schon ein großer Erfolg wäre. Aber auch dies erscheint schwierig. Im zweiten Teil dieses Berichts erfahren Sie, welchen Verbesserungsmöglichkeiten bei den beiden Mannschaften vorhanden sind. Insbesondere die derzeit laufende WM-Qualifikation kann für eine personelle „Aufbesserung“ genutzt werden. PoKraine.de stellt Ihnen die stärksten Spieler der polnischen und ukrainischen Nationalmannschaft vor und nennt auch noch einige Spieler, die von den beiden Nationaltrainern unbedingt berücksichtigt werden sollten.
Die Stars von übermorgen?
Kürzlich hatte PoKraine spekuliert, ob wir bei der U17-WM in Südkorea bereits die Stars der EM 2012 in Polen und der Ukraine sehen können. Wir wissen es nicht. Definitiv nicht bei der Euro 2012 dabeisein werden die Akteure des folgenden, bei YouTube gefundenen Videos. Aber vielleicht 2020? Entscheiden Sie selbst!